Wunden

Dein Piercing, vom Stich zur richtigen Pflege

Teil 2 – was Du nach dem Stechen beachten solltest

Ist der kurze Schmerz nach dem Stechen erst einmal überstanden, geht es nun an die Pflege Deines neuen Piercings und die ist fast genauso wichtig wie die Auswahl des Studios und der gewünschten Körperstelle.

Wie erwähnt sind Piercings nichts anderes als eine Wunde. Allerdings eine ganz spezielle. Im Gegensatz zu einer Schnittverletzung verhindert der Piercingstab nämlich, dass sich, wie sonst, eine schützende Kruste über der Verletzung bilden kann, die Schmutz und Bakterien abhält. Stattdessen muss das betroffene Gewebe eine neue, dünne Hautschicht um das Piercing bilden. Das dauert nicht nur länger, sondern führt auch leichter zu Entzündungen. Vor ein paar Jahren war es durchaus üblich, zur Desinfektion des Piercings medizinischen Alkohol zu verwenden. Doch dieser trocknet die Stelle extrem aus und kann so den Heilungsprozess erschweren, im schlimmsten Fall sogar der Grund für eine Infektion sein – etwas, was es mit allen Mitteln zu vermeiden gilt.

Damit unser Körper kleine Verletzung im Alleingang gut heilen kann, ist es wichtig Wunden möglichst rasch zu desinfizieren. Je nach Körperstelle sollten unterschiedliche antiseptische Produkte zur Desinfektion verwendet werden. Für Piercings im Gesicht, Ohren, Brustwarzen oder Bauchnabel nimm beispielsweise die Betadona® Flüssigseife oder das Betadona® Wund-Gel, für Zungenpiercings ist das Betadona®zur Desinfektion der Schleimhäute besser geeignet. Der in Betadona® enthaltene Wirkstoff Povidon-Iod wirkt umfassend keimtötend gegen Bakterien, Pilze, Sporen, Viren und Einzeller (Protozoen). Für die Nachversorgung von Intimpiercings bzw. Piercings an besonders sensiblen Körperstellen frage die/den Piercer*in oder deinen Arzt/Ärztin, welche Produkte hierfür am besten geeignet sind.

Und so easy wendest du Betadona® an:

Die betroffene Körperstelle mit Wasser gut anfeuchten, und Betadona® Flüssigseife, eventuell mit Wasser verdünnt, auftragen. Den entstandenen goldgelben Schaum anschließend abwaschen. Du kannst natürlich auch eine stecknadelkopfgroße Portion Betadona® Wund-Gel auf ein Wattestäbchen geben, und mit diesem vorsichtig die betroffene Körperstelle betupfen. Oder, wenn Du eher zu der Kategorie „Sprayer“ zählst, die Stelle mit Betadona® Wund-Spray besprühen. Egal, welche Form der Anwendung Du vorziehst: auf diese Weise können wir dazu beitragen, Entzündungen vorzubeugen und die Heilung zu beschleunigen. Dein Job bringt es mit sich, dass Du intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt bist, stark schwitzt, mit Schmutz zu tun hast oder körperlich massiv gefordert bist? Auch diese Umstände erfordern ein spezielles, besonders sorgsames Wundmanagement. Tipp: Besprich das unbedingt mit der/dem Piercer*in.

Gut gepflegte erste Tage mit dem Piercing

Wenn Du gerade mit frisch gestochenem Piercing aus dem Studio kommst, willst Du es natürlich am liebsten sofort stolz allen zeigen. Verständlich, aber: lass Dir Zeit! Ein Piercing ist wie ein Hundewelpe im neuen Zuhause – in den ersten Tagen mit diesem tut absolute Ruhe gut. Drück nicht auf dem Piercing herum, fasse es nicht an, und komme am besten gar nicht in Versuchung, den Piercing-Stab ständig drehen zu wollen. Generell gilt es in der ersten Zeit nach dem Stechen so wenig Bewegung, beziehungsweise Irritation, wie möglich im Stechkanal zu verursachen – was mit geradem Schmuck übrigens besser klappt, als mit einem Ring.

Rötung und Schwellung – anfangs ganz normal

Aua-Alarm! Ab Tag zwei könnten sich die unangenehmeren Nebeneffekte der offenen Stelle bemerkbar machen, z.B. Schwellungen, Rötungen, Druckgefühl. Einmal mehr gilt: Nicht berühren! Und, wenn es denn unbedingt sein muss, benutze vorher ein Hand-Desinfektionsmittel. Besser: Schlafe viel, ernähre Dich gesund und vermeide zu große körperliche Anstrengung, wie z.B. Sport. So erleichterst Du es Deinem Körper, sich auf die Heilung zu konzentrieren. Übrigens: Alkohol und Zigaretten verlangsamen den Heilungsprozess – also weg damit.

To-Dos bei der Pflege Deines Piercings:

  • Gleich nach dem „Stich“: sanfte Desinfektion mit Betadona® Flüssigseife, Betadona® Wund-Gel,- oder Spray
  • Ruhe und weniger Sport
  • Duschen statt Baden
  • Bei Ohr-Piercings: Haare zum Dutthochstecken, damit sich das Piercing nicht darin verfangen kann, keine Woll-Beanies tragen
  • Piercings im Mundbereich müssen anfänglich mehrmals am Tag gereinigt werden. Hierzu eignen sich Kamille-Spülungen oder spezielle medizinische Lösungen.
  • bei Intimpiercings: achte auf atmungsaktive Unterwäsche und weite Kleidung

No Gos bei der Pflege Deines Piercings:

  • Piercing herausnehmen
  • Am Piercing dauernd herum fummeln, vielleicht sogar mit ungewaschenen Händen – Motto: Don´t touch!
  • Schwimmbad, Sauna oder Solarium in den ersten 4 Wochen meiden
  • keine Berührung mit See- oder Meereswasser
  • den Schmuck keinem Druck oder Reibung aussetzen
  • keine blutverdünnenden Medikamente in den ersten 2 Tagen
  • kein Kontakt mit fremden Körperflüssigkeiten
  • keine Make-up-Produkte in die Wunde bringen, vor allem keine Haarfärbemittel
  • bei Intimpiercings: sorry, aber: kein Sex. (Und ja, auch kein Oralsex).

Wie lange dauert die Heilung eines Stichkanals?

Die Heilungsdauer ist natürlich abhängig von der Stelle des Piercings. Hinzu kommen individuelle Veranlagung, Lebensstil, Umwelteinflüsse und Pflege des Schmuckstückes. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis der Stichkanal eines Piercings abgeheilt ist. Wichtig: in dieser Zeit in Sachen Hygiene ja nicht nachlässig werden. Mit diesen Heilungszeiten musst Du rechnen:

  • Augenbrauen: 6 bis 8 Wochen,
  • Lippen: 2 bis 3 Monate,
  • Zunge: 4 Wochen
  • Nasenflügel: 2 bis 4 Monate,
  • Bauchnabel: 1 bis 12 Monate,
  • Brustwarzen: 6 bis 32 Wochen,
  • Schamlippen: 4 bis 10 Wochen,
  • Penis: 4 bis 6 Wochen.

Alles klar? Dann sieht es ganz so aus, als könnte Dein neuer Körperschmuck ein BFF für immer werden! Wie Du die Abheilung fördern kannst, und eventuelle Entzündungen in den Griff bekommst, erfährst Du in Teil 3 unserer Serie.

 

 

 

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