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Winter-TÜV für Deine Vulva!

Trockene, rissige Lippen im Winter – wer kennt das nicht?

Laut einer britischen Hebamme sollen aber auch unsere Lippen in der Intimzone unter den kalten Temperaturen leiden. Ist da was dran? Braucht unsere Vulva eine Extraportion Service im Winter? Und wie sieht das richtige Care-Paket aus?

Die Hebamme Mary Burke machte in einem Interview mit der britischen Zeitung «The Sun» mit der Behauptung von sich reden, dass Frauen während der kalten Wintermonate vermehrt an einer Winter Vagina leiden. Besonderes Kennzeichen der Winter-Vagina: extreme Scheidentrockenheit in der kalten Jahreszeit, was unter anderem zu sexueller Unlust und Schmerzen beim Sex führen soll. Warum unsere Vagina davon so betroffen sein soll, erklärt die Hebamme so: Trockene Herbst- und Winterluft entzieht unserem Körper Feuchtigkeit, die Haut ist dehydriert und rissig, und unsere Nasennebenhöhlen ausgetrocknet. Fazit: auch unsere Vagina wechselt in dieser sensiblen Zeit in den Dürremodus.

Trockene Zeiten

Entzieht die kalte Winterluft uns also auch „untenrum“ Feuchtigkeit? Gynäkolog*innen halten davon nichts. Denn: Die Schamlippen haben ein Befeuchtungssytem, das völlig autonom arbeitet. Mit der Außentemperatur habe das, so die Expert*innen, nichts zu tun. Auch ist weniger Lust auf Sex in den dunklen Monaten meist auf einen anderen Grund zurückzuführen: Der Lichtmangel kann eine saisonale Depression auslösen, wir leiden unter dem „Winter-Blues“. Außer „netflixen“, abhängen am Sofa, Schoko naschen und vielleicht ab und zu kuscheln lockt uns dann nichts hinter dem Ofen hervor.

Fühlt sich die Vagina plötzlich trocken an und macht das vielleicht sogar Probleme beim Sex kann das ebenfalls unterschiedliche Gründe haben:

  • Hormonelle Schwankungen, z. B. durch Schwangerschaft oder Wechseljahre (führt zu Östrogenmangel)
  • Stress und seelische Belastungen
  • Erhöhter Verzehr von Genussmitteln, z. B. Alkohol oder Nikotin
  • Andere Grunderkrankungen, z. B. Diabetes oder Endometriose
  • Ist das Problem situationsbedingt, z. B. beim Sex, sind es häufig Stressgedanken, Lustlosigkeit oder auch Konflikte in der Beziehung, die verhindern, dass Du untenrum feucht wirst. Ebenso kann die Befeuchtung der Scheide leiden, wenn sich die Frau sexuell nicht angesprochen fühlt. Vielleicht ist Dir, gerade im Winter, auch mehr nach Kuscheln als nach Penetration? Wichtig: Ansprechen statt „mitmachen“. Nimm die Trockenheit Deiner Vagina als Signal dafür, auf Deinen Körper zu hören.

Scheidentrockenheit kann auch mit einer bakteriellen Vaginose einhergehen. Logisch, denn wenn das Ökoklima der Vagina „kippt“ – z.B. durch übertriebene Intimhygiene, verschiedene Erkrankungen oder psychischen Stress – und der pH-Wert also außer Balance gerät, verringert sich auch die Menge der guten Milchsäurebakterien, und die Schleimhäute werden trocken.

pH-Wert entscheidet

Aber wie pflegt man nun seine Intimzone, wenn es draußen stürmt und schneit? Zunächst zu den Grundlagen: Mit einem pH-Wert zwischen 3,8 und 4,4 ist das Scheidenmilieu deutlich saurer als die restliche Haut, wo der pH-Wert bei etwa 5,5 liegt. So schützt sich die Vagina vor Infektionen, denn das saure Milieu behindert das Wachstum von krankheitserregenden Bakterien.

Verantwortlich für den niedrigen pH-Wert sind Milchsäurebakterien, auch Laktobazillen genannt. Die nützlichen Mikroorganismen bilden in einem gesunden Vaginalbereich den größten Teil der dort ansässigen Bakterien.

Doch auch eine geringe Menge Pilzsporen und sogenannte Pathogene – also infektionsauslösende Bakterien – sind vorhanden. Der Anteil dieser potenziell schädlichen Keime bleibt so lange unbedenklich, wie der pH-Wert im Intimbereich unter 4,5 liegt. Steigt der Wert, besteht die Gefahr, dass sich die krankmachenden Mikroorganismen ungebremst vermehren und Infektionen auslösen.

Sauer macht happy

Bei der Intimpflege ist es daher in erster Linie wichtig, den sauren pH-Wert des Scheidenmilieus nicht zu verändern. Eine Reinigung ist gar nicht notwendig, da die Vagina sich selbst säubert. Das Scheidensekret transportiert unerwünschte Keime zuverlässig ab.

Winterliches Care-Paket für Deine Vulva

  • Wasche immer nur die äußeren Geschlechtsorgane, also die Schamspalte sowie die großen und kleinen Schamlippen.
  • Don´t: aggressive Reinigungsrituale, wie z.B eine Scheidenspülung. Denn damit zerstörst Du das für eine gesunde Vagina erforderliche, natürliche bakterielle Milieu innerhalb der Scheide.
  • Lauwarmes Wasser reicht völlig zur Intimpflege aus. Herkömmliche Seifen oder Duschgels sind bei der Intimpflege tabu, denn sie besitzen einen auf die normale Haut abgestimmten pH-Wert, der für die Intimregion zu hoch ist.
  • Reicht Dir nicht? Gut, dann verwende zumindest eine milde, parfumfreie und auf den pH-Wert der Vaginalregion abgestimmte Waschlotion – aber bitte sparsam, und nur äußerlich.
  • Im Winter ist, wie im Sommer auch, frische Unterwäsche aus Baumwolle die bessere Wahl. Nylonstrumpfhosen, die wir in der kalten Jahreszeit leider oft tragen müssen, oder zu enge Hosen können einen Hitzestau verursachen, wodurch sich vermehrt Feuchtigkeit im Intimbereich bildet.
  • Und wenn es mal zu einer Bakteriellen Vaginose kommt? Betadine BV™ Vaginalgel lindert Symptome und vor allem den unangenehm fischigen Geruch einer Scheideninfektion schnell. Bei den meisten Frauen sogar bereits binnen 24 Stunden. Die natürliche Vaginalflora wird in nur 7 Tagen wieder hergestellt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Intimgesundheit.

Quelle:

https://www.minimed.at/medizinische-themen/frauengesundheit/intimpflege-frau/

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