Wunden

Verletzungsmuster und Altersabhängigkeit

Verletzungen passieren in jedem Alter, die Art der häufigen Verletzungen unterscheidet sich jedoch zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Man spricht also von altersabhängigen Verletzungsmustern.

Die Kenntnis dieser Muster ist wichtig, um richtig auf die ärztliche Versorgung und Erste Hilfe, insbesondere bei schweren Verletzungen und Polytraumata, vorbereitet zu sein.

Typische Verletzungsmuster: Unterschied ja nach Alter

Zunächst ist die Frage, was wir über typische Verletzungsmuster wissen. Bei schweren Verletzungen, auch Polytraumata genannt, ergibt sich folgendes Bild:

Zum einen sinkt die Zahl der Patienten mit schweren Kopfverletzungen in höherem Alter. Schon bei Jugendlichen sind rund 20% weniger Patienten betroffen als bei den Kindern von 0-5 Jahren. Im Unterschied dazu werden Verletzungen des Thorax (Brustkorb) mit steigendem Alter deutlich häufiger.

Vergleichsweise nimmt die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen des Abdomens geringfügig zu, erreicht das Maximum bei 16-17 Jahren und nimmt bei Erwachsenen (18-64 Jahre) wieder leicht ab. Bei den Verletzungen der oberen und unteren Extremitäten sieht es ähnlich aus wie bei denen des Thorax. Deren Häufigkeit verdoppelt sich laut Studien ungefähr von der Altersgruppe von 0-5 Jahren zu der von 18-64 Jahren. Verletzungen der Wirbelsäule nehmen ab dem 11. Lebensjahr zu.

Spezielle Risikofaktoren je Altersgruppe

Bedeutend für die Anwendung wertvoller Präventionsmaßnahmen ist die Kenntnis über spezifischen Risikofaktoren der Altersgruppen. Vom Säuglings- bis zum Vorschulalter werden den Kindern besonders oft unsichere Möbel und Haushaltsgegenstände zum Verhängnis, die zu Unfällen mit Stürzen, Verbrennungen und elektrischem Schlag führen können. Des Weiteren bestehen Gefahren durch Spielgeräte, beim Fahrradfahren, durch Ertrinken und durch Hundebisse. Vorbeugend sollten Gefahren im Haushalt beseitigt werden, Sicherheitsmaßnahmen an Gefahrenquellen eingesetzt werden und die Kinder in Aufmerksamkeit und richtigem Bewegungsverhalten geschult werden.

Ab dem Volksschulalter bleibt die Vorbeugung von Unfällen im Straßenverkehr wichtig, da sich die Kinder, zum Beispiel auf dem Schulweg, noch mehr selbstständig im Verkehr bewegen. Zudem nehmen in diesem Lebensabschnitt Sportunfälle deutlich zu, die oft durch Überschätzung, mangelnde Konzentration und Ermüdung bedingt sind.

Schließlich muss sich in dieser Altersgruppe auch der Prävention von aggressiven und sexuellen Übergriffen gewidmet werden, indem Selbstvertrauen und Selbstverteidigung erlernt werden und Bezugspersonen zur Verfügung stehen.

Das junge und mittlere Erwachsenenalter ist die Phase mit dem höchsten Risiko für Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Bei Männern ist noch stärker als bei Frauen ein stark erhöhtes Verletzungs- und Sterblichkeitsrisiko zu beobachten. Außerdem passieren in diesem Alter nach wie vor viele Sportunfälle. Neu hinzu kommt die Gruppe der Arbeitsunfälle. Bezüglich der Verletzungen und Todesfälle durch Gewalt besteht eine hohe Dunkelziffer, sie scheinen jedoch stark in Zusammenhang mit Bildungsstand, sozialer Herkunft und dem Wohnort zu stehen. Prävention legt hier den Fokus besonders auf verhaltensbezogene Maßnahmen, da bei den Hauptursachen risikobereites und aggressives, wettbewerbsorientiertes Verhalten eine starke Rolle spielt. Bei den Arbeitsunfällen sind rechtliche Vorgaben konsequent einzusetzen und durch Überwachung, Evaluation und Expertenberatung zu ergänzen.

Ältere Menschen: Risiko besonders im Straßenverkehr

Ältere Menschen sind als Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet. Allerdings, anders als die jungen Erwachsenen, weniger als Hauptunfallverursacher, auch wenn Gefahren beim Führen eines PKWs durch sensorische Einschränkungen und Medikation hinzukommen. Weitere Verletzungsursachen im höheren Alter sind Unfälle in Haushalt und Freizeit, vor allem Stürze. Ab dem 70. Lebensjahr nimmt die Sturzhäufigkeit stark zu, meist durch Stolpern oder Ausrutschen, etwas weniger oft auch bei Arbeiten auf der Leiter oder sportlichen Aktivitäten. Stürze können multifaktoriell bedingt sein, wie durch die Umgebung, Gangschwächen, Schwindel und Sehstörungen. Ein Drittel der Stürze erzeugt nur leichte Verletzungen, in einem Zehntel der Fälle kommt es zu gravierenden Folgen. Vorbeugen lässt sich mit einer gewissenhaften Prüfung der individuellen Fahrtüchtigkeit und technischen Hilfsmitteln, Training von Muskelkraft und Balance durch körperliche Aktivität und Verbesserungen des Wohnumfeldes.

Egal, welche Altersgruppen in Ihrem Haushalt leben, in jedem Fall sollten Sie alles Nötige für die Erste Hilfe zuhause und im Garten bereithalten und Ihr Wissen über die richtigen Hilfsmaßnahmen bei häufigen Verletzungen auffrischen, zum Beispiel mit einem Erste-Hilfe-Kurs. Dieser ist in regelmäßigen Abständen sinnvoll. Achten Sie auch auf das Verfallsdatum Ihres Erste-Hilfe-Kastens. Zusätzlich hilft Ihnen der Betadona® Wund-Spray bei der raschen und schmerzfreien Desinfektion von kleinen Wunden im Alltag.

 

 

 

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