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Hilfe, ich pinkle Rasierklingen!

Ja, so in etwa fühlt sich eine Blasenentzündung an. Fast jede Frau hatte schon mal einen solchen Harnwegsinfekt. Was dieser mit Intimhygiene und Sex zu tun hat, wie Du vorbeugen kannst und welche Erste-Hilfe-Tipps wichtig sind, wenn es Dich erwischt.

Fast jede Frau hatte sie selbst schon mal oder kennt mindestens eine Person, die sie schon mal hatte: die Blasenentzündung (auch Harnwegsinfektion oder Zystitis genannt). Brennen beim Wasserlassen, erhöhter Harndrang, so dass man gar nicht mehr von der Toilette weichen möchte, oder Schmerzen im Unterleib zählen zu den typischen Anzeichen.

Sorry, Frauen, aber was das Risiko betrifft, einen Harnwegsinfekt zu erwischen, sind wir leider im Nachteil. Da Frauen eine kürzere Harnröhre als Männer haben, können Keime leichter in die Harnblase gelangen. Wir erkranken demnach deutlich häufiger an einer Harnwegsinfektion. Dazu kommt: da Darmausgang und Harnröhre bei uns anatomisch näher beieinander liegen, ist eine Infektion auch aus diesem Grund wahrscheinlicher.

Kalt, kälter, Blasenentzündung

Mit nackten Füßen über den kalten Boden laufen, den nassen Badeanzug zu lange nicht wechseln, oder sonstiges Verkühlen untenrum – diese Faktoren gelten als klassische Auslöser einer Blasenentzündung. Tatsächlich kann Kälte eine Entzündung der Blase herausfordern. Gerade im Herbst und Winter, wenn unser Immunsystem eher schlapp ist – wichtig ist es darum, sich immer gut warmzuhalten. „Kind, zieh Dir doch was Ordentliches über, das geht sonst an die Nieren“ – bereits Oma warnte uns davor, in der kühlen Jahreszeit im allzu luftigen, kurzen Top rumzulaufen, das immer hochrutscht. Damit hatte sie auch Recht. Also, her mit den dicken Socken und dem kuscheligen Pulli.

Bakterien als Bösewichte

Es gibt aber noch andere Ursachen für eine Blasenentzündung. Häufig sind nämlich Darmbakterien der Auslöser der Infektion. Wie bitte? Ja, richtig gelesen. Wie beschrieben, befindet sich bei uns Frauen das Po-Loch, der Anus, „next door“ zur Harnröhre. Das bedeutet, dass Darmbakterien sehr easy zu ungebetenen Gästen werden können, die die Harnröhre „besuchen“ und sodann frech in den Urogenitaltrakt aufsteigen. Jetzt wird es noch intimer, denn: speziell beim Sex befinden sich viele Bakterien im Austausch und es ist daher besonders wichtig, alle Körperteile oder Sextoys, die in der Nähe des Anus waren, gründlich zu waschen, bevor sie sich der Scheide und damit auch der Harnröhre nähern.

Beim Verkehr nicht verkehrt herum

Zuerst Analverkehr, dann vaginal? Ganz schlechte Idee. Denn das kann eine Bakterielle Vaginose oder einen Harnwegsinfekt auslösen. Das gleiche gilt für Finger, die sich um Dein Po-Loch herumgetrieben haben, oder, weil Bakterien nicht nur beim Sex übertragen werden, auch für die Hygiene nach dem Toilettengang. Die eiserne Regel „nicht von hinten nach vorn“ sollte in sämtlichen L(i)ebenslagen Dein Mantra werden!

Tipp:

  • Generell solltest Du über den Tag verteilt immer (auch in beschwerdefreien Zeiten) viel trinken, um die Harnblase beim Toilettengang gut durchzuspülen.
  • Auch wenn es nicht der Romantik-Burner ist, aber: gehe bitte direkt nach dem Sex zur Toilette, damit die Bakterien bestmöglich aus der Blase und Harnröhre gespült werden! Das kann nicht nur eine Blasenentzündung, sondern auch eine Bakterielle Vaginose verhindern.

Oje, es brennt – was tun?

Dann heißt die erste Maßnahme: Abwarten, Tee trinken und warmhalten. Generell kann Wärme helfen, Schmerzen zu lindern oder Krämpfe zu lösen. Also, her mit Wärmflasche und Kirschkernkissen! Wer an einer Blasenentzündung leidet, ist zudem gut beraten, viel zu trinken (mindestens zwei Liter am Tag) und sich das Pinkeln trotz der möglichen Schmerzen nicht zu verkneifen. Neben Wasser gibt es noch weitere empfehlenswerte „Spülgefährten“: Hausmittel wie Nieren- und Blasentees greifen auf pflanzliche Wirkstoffe zurück, die schon seit Jahrhunderten bekannt sind.

  • Viel trinken und möglichst oft pinkeln
  • Wärmflasche, Umschläge und Sitzbäder
  • Cranberrysaft, auch Heidelbeer- oder Preiselbeersaft

Cranberry wird in der Volksmedizin zur Behandlung und Vorbeugung von Harnwegsinfekten verwendet. Diese Wirkung soll vor allem darauf beruhen, dass bestimmte Inhaltsstoffe die Anheftung von Bakterien an die Schleimhaut des Harntraktes verhindern können.

  • Möglichst keine Zitrussäfte, Kaffee oder Alkohol

Prinzipiell kann eine Blasenentzündung je nach Ausprägungsgrad und der Immunabwehr Deines Körpers von allein ausheilen. Schafft es das Immunsystem aber nicht die Harnwegsinfektion abzuwehren, kommen meist Antibiotika zum Einsatz, die bei einem unkomplizierten Harnwegsinfekt recht flott eine zuverlässige Heilung bewirken.

Infektion ernst nehmen

Wichtig darum: Wenn Deine Beschwerden länger als drei Tage andauern oder Du Blut im Urin wahrnimmst, heißt es: ab zur Ärztin oder zum Arzt! Diese(r) kann die Diagnose „Harnwegsinfekt“ meist bereits anhand der typischen Beschwerden und mittels eines Urinteststreifens stellen. Der Teststreifen ermittelt verschiedene, typische Veränderungen im Urin wie den Gehalt an (Teilen von) roten und weißen Blutkörperchen oder bestimmte Produkte des Bakterienstoffwechsels (Nitrat).

Beziehungsstatus: es ist kompliziert

Bei komplizierten oder häufig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen (rezidivierende Harnwegsinfekte) ist eine weiterführende Diagnostik notwendig. Dazu werden mit sogenannten Urinkulturen die für den Harnwegsinfekt verantwortlichen Bakterien identifiziert und auf ihre Empfindlichkeit gegenüber einer antibiotischen Behandlung getestet. Zusätzlich kann in solchen Fällen eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) durchgeführt werden, um bisher unerkannte krankhafte Veränderungen in den ableitenden Harnwegen zu entdecken.

Antibiotika und Scheideninfektion

Die Therapie der Harnwegsinfekte mit Antibiotika kann allerdings einen negativen Nebeneffekt haben. Denn ein Antibiotikum bekämpft nicht nur die Auslöser der Blasenentzündung – z. B. die „bösen“ Darmbakterien, sondern auch die für eine gesunde Vaginalflora wichtigen Milchsäurebakterien (auch Laktobazillen genannt), die auf der Scheidenschleimhaut siedeln. Das Match Laktobazillen gegen Antibiotika geht zumeist zugunsten letzter aus. Resultat: die antibiotische Behandlung führt mitunter zu einer unangenehmen bakteriellen Vaginose. Tipp: Betadine BV™ Vaginalgel bekämpft die typischen Symptome einer baktieriellen Vaginose effektiv und stellt den natürlichen pH-Wert der Vaginalflora wieder her. Am besten, man hat es immer in der Hausapotheke vorrätig.

 

Quellen:

www.netdoktor.de/krankheiten/harnwegsinfektion/blasenentzuendung-hausmittel/

www.netdoktor.de/krankheiten/harnwegsinfektion/

https://www.betadona.at/frauengesundheit/

 

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