Frauengesundheit

Bakterielle Vaginose in der Schwangerschaft

Wenn Bakterien in die Scheide eindringen und Infektionen, Entzündungen oder andere Beschwerden hervorrufen, ist das in jedem Fall eine unangenehme Sache. 

Doch trifft es eine Frau in der Schwangerschaft, ist besondere Vorsicht geboten.

Bei einem geschwächten Scheidenmilieu haben es Bakterien leichter, in die Scheide einzudringen und sich auszubreiten – eine bakterielle Vaginose kann die Folge sein. Eine regelmäßige Kontrolle auf bakterielle Vaginose ist vor allem in der Schwangerschaft ratsam. Da ein hoher Anteil von Betroffenen oft keine oder nur milde Symptome zeigt, wird die Erkrankung häufig spät oder gar nicht behandelt.

Verdacht auf bakterielle Vaginose: Wann soll ich zur Ärztin?

Sobald Symptome einer bakteriellen Vaginose bemerkbar sind, sollte in jedem Fall eine Ärztin aufgesucht werden, um eine mögliche Erkrankung abzuklären. Typische Anzeichen einer Infektion sind vermehrter Ausfluss, der eine graue bis gelbliche Farbe und einen unangenehmen fischartigen Geruch aufweist.

Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Probleme beim Urinieren sowie Schmerzen in der Scheide oder im Bauchraum können ebenso Anzeichen für einen Bakterienbefall sein.

Grundsätzlich gilt, sobald sich etwas im Intimbereich verändert, sollte ein Arzt zurate gezogen werden.

Der halbjährliche Routinebesuch beim Gynäkologen ist die beste Vorsorge und schützt vor unbemerkten Infektionen und Erkrankungen.

Gefahren einer bakteriellen Vaginose in der Schwangerschaft

Eine bakterielle Vaginose während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für einen frühzeitigen Blasensprung. Auch vorzeitige Wehentätigkeit oder eine Frühgeburt können die Folge einer unbehandelten Infektion sein.

Doch nicht nur während der Schwangerschaft kann es zu Komplikationen und Infektionen kommen, auch während und nach der Geburt besteht ein erhöhtes Risiko dafür. So wird bei Frauen nach der Entbindung häufig das Auftreten von Fieber beobachtet, vor allem nach einem Kaiserschnitt.

Die Infektion kann den Heilungsprozess bei einem chirurgischen Eingriff wie dem Kaiserschnitt oder einem Dammschnitt deutlich verzögern. Auch Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut oder Bauchdeckenabszesse sind möglich.

Worauf sollte bei BV in der Schwangerschaft geachtet werden?

Schwangere Frauen sind aufgrund des geschwächten Immunsystems besonders gefährdet, an einer bakteriellen Vaginose zu erkranken. Daher ist in dieser Zeit umso wichtiger, auf die richtige Intimhygiene zu achten.

Auch die regelmäßige Überwachung des pH-Wertes mittels Teststreifen hilft, eine bakterielle Vaginose möglichst frühzeitig zu erkennen und dementsprechend schon im Frühstadium zu behandeln.

Vor Verwendung eines Präparates zur vaginalen Behandlung sollten in jedem Fall eine Ärztin aufgesucht und der Einsatz medizinisch abgeklärt werden.

Vorsorge kann schützen

Eine bakterielle Vaginose verläuft häufig auch ohne die typischen Symptome oder Beschwerden. Daher wissen viele Betroffene gar nicht, dass sie erkrankt sind. Oft zeigen sich deutliche Hinweise erst, wenn die Bakterien aufsteigen und es in der Gebärmutter oder den Eileitern zu einer Infektion kommt.

Daher zählt der Scheidenabstrich zur Bestimmung des pH-Wertes zur Standarduntersuchung während der Schwangerschaft. Wird ein abweichender pH-Wert festgestellt, deutet dies auf eine mögliche Infektion hin und die behandelnde Ärztin wird weitere Untersuchungen zur genauen Diagnosestellung unternehmen.

 

Ähnliche Artikel