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Iod – ein essenzielles Spurenelement: Geschichte und Wirkung

Iod ist als essenzielles Spurenelement unverzichtbar für Gesundheit und Wohlbefinden.

Das Element hat eine lange Historie und vielerlei wichtige Aufgaben im Körper. Grund genug, einen genaueren Blick auf seine Eigenschaften zu werfen.

Geschichte von Iod

Schon vor 1500 Jahren waren gesundheitliche Wirkungen von Iod bekannt. Kropferkrankte nahmen zum Beispiel die stark iodhaltigen Schilddrüsen von Nutztieren zu sich. 1813 wurde das Element dann von den französischen Naturwissenschaftlern Nicolas Clément-Désormes und Joseph Louis Gay-Lussac erforscht und erhielt seinen Namen nach dem altgriechischen Wort „Iodes“, was violett bedeutet und sich auf die violetten Dämpfe bezieht, die von Iod beim Erhitzen freigesetzt werden. Es wird im Periodensystem der Elemente den Halogenen, der 7. Hauptgruppe zugeordnet. In der Natur kommt Iod hauptsächlich in gebundenen Formen in Steinen, Böden und Grundwasser vor. Einige Quellen sind sehr iodhaltig und werden als Heilwasser gebraucht. Gewonnen werden kann es durch eine chemische Reaktion von Schwefelsäure und Mangan(IV)Oxid mit Kaliumiodid oder aus Aschen von Seetang.

Iod als essentielles Spurenelement

Im menschlichen Körper wird aufgenommenes Iod zu 99% in der Schilddrüse gespeichert, um dort in die Schilddrüsenhormone Thyroxin und Triodthyronin umgewandelt zu werden. Der Vorrat beträgt insgesamt 10 bis 30 mg. Diese Hormone steuern das Wachstum und den Stoffwechsel. Der tägliche Bedarf des Menschen liegt zwischen 150 und 250 μg.

Bei einem Iodmangel durch unzureichende Zufuhr oder eine Schilddrüsenerkrankung bildet sich durch die Kompensation eine vergrößerte Schilddrüse, eine Struma, umgangssprachlich auch Kropf genannt. Eine Schilddrüsenunterfunktion hingegen macht sich durch Gewichtszunahme, Frieren, Müdigkeit und Verstopfung bemerkbar. Bei Überdosierung bzw. Schilddrüsenüberfunktion äußert sich der Körper mit Unruhe, erhöhtem Herzschlag und Blutdruck und Gewichtsabnahme.

Die adäquate Iodversorgung ist in jeder Lebensphase wichtig, in der Schwangerschaft besteht sogar ein erhöhter Bedarf, der gegebenenfalls mithilfe von Supplementen gedeckt werden kann. Eine Unterversorgung in der Schwangerschaft oder im frühen Kindesalter kann zu Entwicklungsstörungen des Gehirns und gestörtem Wachstum führen. Im schlimmsten Fall entwickelt sich ein Kretinismus mit schwerwiegender Entwicklungsverzögerung.

Iod in der Küche: Wie Sie Ihren Iod Bedarf decken können

Generell gilt Österreich nach wie vor als Iodmangelgebiet mit iodarmen Böden und einem geringen Verzehr von Seefischen. Wenn sie nicht an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, ist es grundsätzlich sinnvoll, Iodsalz zu verwenden. Iodiertes Speisesalz wird mit 15 bis 25 mg Iod pro kg angereichert und kann helfen, den Bedarf zu decken, wie zahlreiche Gesundheitsorganisationen wie die WHO und UNICEF bestätigen.

Über die Ernährung können Sie Iod mit Meerestieren wie Schellfisch, Kabeljau, Garnelen und Krabben aufnehmen. Obst und Gemüse enthalten nur sehr geringe Mengen. Allerdings sind Meeresalgen reich an Iod, da sie das Element akkumulieren. Mit Algen und Iodsalz können Sie also auch bei einer vegetarischen Ernährungsweise Ihren Iodbedarf decken. In der Schwangerschaft sollten Sie sich in jedem Fall an Ihren Arzt wenden.

Iod

Medizinische Anwendung

In der Diagnostik sind radioaktive Iod-Isotope ein oft verwendeter Marker, ebenso werden sie zur Therapie von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt. Bei der Gefahr eines atomaren Unfalls wird prophylaktisch Kaliumiodid verabreicht, um eine Aufnahme in die Schilddrüse weitestgehend zu begrenzen.

Iod wirkt in seiner elementaren oder in gebundener Form desinfizierend. Man setzt es teilweise als Wasserdesinfektion anstelle von Chlor ein. Es ist weniger aggressiv, kann jedoch allergenes Potential haben. Äußerlich eingesetzt wird es auch als Haut- und Wundantiseptikum. Die bevorzugte Verbindung für diesen Zweck ist das Povidon-Iod.

Povidon-Iod

Bei Povidon-Iod handelt es sich um einen Komplex aus Iod und dem Polymer Polypyrrolidon. Polyvinylpyrrolidon ist ein stark flüssigkeitsbindendes Pulver und wird vielfältig in Medizin, Pharmazie und Kosmetik angewendet. Eine wässrige Tinktur mit Povidon-Iod, wie zum Beispiel Betadona® Wund-Gel, wirkt umfassend als Wunddesinfektion, indem es Bakterien, Pilze, Hefen und Viren abtötet. Es wirkt also genauso gut wie eine typische Iodtinktur, ist aber weitaus besser verträglich für Haut und Schleimhäute.

Im Vergleich zu anderen bekannten Wundantiseptika hat das Povidon-Iod im Betadona® Wund-Spray das breiteste Wirkspektrum. Die Wirkung setzt schon nach etwa 30 Sekunden ein und macht Povidon-Iod gut geeignet zur akuten Anwendung bei Wunden. Die braune Hautverfärbung ist nach ein paar Mal waschen wieder verschwunden. Deshalb sollten Sie Betadona® mit Povidon-Iod auch in Ihrer Hausapotheke bereithalten.

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