Wunden

Arten von Wunden

Wunden sind so individuell, wie die Menschen, die sie erleiden.

Es wird zwischen mechanischen, thermischen, chronischen sowie chemischen und strahlungsbedingten Wunden unterschieden. Dabei kommt es zu einer Durchtrennung oder oberflächlichen Beschädigung der Haut oder Schleimhaut.

Je nach Art der Wunde unterscheiden sich auch Therapie und Heilungsverlauf. Folgende Wundarten kann man generell unterscheiden:

  • mechanische Wunden
  • thermische Wunden
  • chemische und Strahlungswunden
  • chronische Wunden

1. Mechanische Wunden

Unter die Kategorie von mechanischen Wunden fallen die typischen Verletzungen. Ein Fahrradsturz oder ein Schnitt mit dem Küchenmesser verursachen jedoch ganz unterschiedliche Arten von Wunden.

Schürfwunden

Eine der häufigsten Arten von Verletzungen sind Schürfwunden. Hierbei werden die obersten Hautschichten in Mitleidenschaft gezogen, aufgrund dessen kleine Gefäße der Lederhaut offen liegen. Oftmals ist diese Art von Verletzung äußerst schmerzhaft, da die Nervenenden der Lederhaut freiliegen. Charakteristisch sind eine geringe Blutung und in späterer Folge eine meist narbenlose Abheilung. Auch wenn Schürfwunden in der Regel harmlos sind und nicht zu Infektionen neigen, sollte eine Behandlung schnell erfolgen.

Schnittwunden

Verletzungen aller Hautschichten mit glatten, abgegrenzten Wundrändern werden als Schnittwunden bezeichnet. Sie werden meist durch scharfe Gegenstände, wie Messer oder Glasscherben, verursacht. Schnittwunden können sowohl oberflächlich als auch tief mit Verletzungen von Blutgefäßen, Muskeln oder Nerven sein. Die Stärke der Blutung hängt von der Stelle der Verletzung als auch der Größe der Schnittwunde ab.

Platz- und Rissquetschwunden

Die Wundarten werden meist durch stumpfe Gewalteinwirkung verursacht. Bei Rissquetschwunden handelt sich um Abscherungen der Haut und des Unterhautgewebes mit Zerreißungen und einer Quetschung der darunter liegenden Weichteile. In den Wundtaschen besteht hohe Infektionsgefahr. Abhängig von Größe und Tiefe sind starke Blutungen möglich.

Platzwunden werden ebenfalls durch die Einwirkung stumpfer Scherkräfte in die Haut, jedoch mit festem Untergrund, wie z.B. Knochen, verursacht. Die Wundränder sind häufig unregelmäßig und schlecht durchblutet.

Kratz- und Bisswunden

Auch wenn Katz- und Bisswunden auf den ersten Blick nicht so schlimm aussehen, besteht in diesen Fällen ein hohen Infektionsrisiko. Krankheitserregende Keime können über den Speichel des Tieres übertragen werden. Nicht nur bei Katzenbissen, sondern auch bei Menschenbissen liegt das Risiko einer Infektion bei ca. 50 Prozent.

Weitere mechanische Wunden sind Stichwunden, Hiebwunden, Ablederungswunden (Dècollement), Risswunden, Schusswunden oder Pfählungsverletzungen.

2. Thermische Wunden

Hierbei entstehen Hautverletzungen durch das Einwirken von Hitze oder Kälte. Typisch und allseits bekannt ist beispielsweise der Sonnenbrand.

Verbrennungen

Verbrennungen werden in die Kategorien Grad 1 bis 4 eingeteilt, wobei Verbrennungen ersten Grades eine Rötung der Haut und/ oder kleine Blasenbildung aufweisen. Hingegen ist Grad 4 einer Verbrennung die irreversible Verkohlung des Gewebes bis auf den darunterliegenden Knochen.

Verbrennungswunden entstehen durch Hitzeeinwirkung mit Temperaturen von über 40 bis 45 Grad Celsius. Dabei entscheiden sowohl die Höhe der Temperatur als auch die Einwirkungsdauer über die Schwere der Verletzung.

Verbrühungen

Bei Verbrühungen kommt es zum Kontakt mit heißer Flüssigkeit, wie z.B. Tee oder kochendem Wasser. Im Gegensatz zu trockener Hitze, wo die Verbrennung begrenzt ist, ist durch das Verbreiten der Flüssigkeit, wenn sie über Körperstellen hinunterläuft, eine Schädigung aller betroffenen Körperstellen möglich.

Erfrierungen

Von Erfrierungen sind zumeist Finger, Zehen oder das Gesicht mit Nase und Ohren betroffen. Kalte, blasse, verhärtete und gefühllose Haut sind erste Anzeichen für Erfrierungen (Grad 1). Bei Erfrierungen zweiten und dritten Grades kommt es im weiteren Verlauf zu einer Blasenbildung und einer rot-bläulichen Färbung der Haut, bis hin zur Gewebsnekrose (Absterben der Zellen).

3. Chemische und Strahlungswunden

Verletzungen, die durch den Kontakt mit Laugen oder Säuren versursacht werden, werden als chemische Wunden bezeichnet. Dabei werden die Haut oder Schleimhäute verätzt. Wie schwer die Verletzung ist, hängt von der Art der Chemikalie, deren Konzentration und pH-Wert als auch von der Kontaktdauer ab.

Sehr selten sind Menschen von Strahlungswunden betroffen. Diese können z.B. durch die Bestrahlung im Rahmen einer Krebstherapie oder durch Röntgenstrahlen entstehen. Die Heilung verläuft meist schlecht.

4. Chronische Wunden

Wenn eine Wunde trotz sachgerechter Behandlung über mehrere Wochen hin nicht verheilt, wird von einer chronischen Wunde gesprochen. Oftmals sind Grunderkrankungen, wie Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen oder Immundefekte Ursachen für diese Art von Wunde. Charakteristisch sind eine blasse, schlaffe Wundgranulation, das Nicht-Heilen von Wundrändern und nektrotische Beläge.

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