Familie

Das erste Kinderfahrrad

Das sollten Sie beim Kauf beachten

Wenn sie es wollen, sind Kinder schon mit drei oder vier Jahren bereit, erste Fahrversuche auf dem Fahrrad zu wagen, vielleicht nachdem sie zuvor mit einem Laufrad das Balancieren geübt haben.Gilt es, für Ihr Kind ein neues Fahrrad zu kaufen, verdienen neben dem Preis auch Sicherheitsaspekte und Langlebigkeit Beachtung.Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps an die Hand, mit denen Ihnen die Kaufentscheidung erleichtert wird und Ihr Nachwuchs an seinem Fahrrad garantiert lang Freude haben wird.

Die passende Größe wählen

Häufig entstehen Missverständnisse über die bei den meisten Fahrrädern angegebene Laufradgröße in Zoll. Sie beschreibt nämlich nicht die Größe des Fahrrades insgesamt, es kommt auch auf die Rahmengröße an. Zu einem Kind können Fahrräder mit verschiedenen Laufradgrößen passen. Woran sollte man sich also stattdessen orientieren?

Das wichtigste Kriterium ist die Mindestkörpergröße und die Mindestinnenbeinlänge für ein Fahrrad. Diese sollten vom Hersteller angegeben sein, andernfalls fragen Sie beim Händler nach. Außerdem kommt es auf das Fahrkönnen Ihres Kindes an. Kann es bereits sehr sicher fahren, können Sie die Mindestmaße gegebenenfalls um wenige Zentimeter unterschreiten, hier zählt jedoch das Gefühl beim Probefahren. Online verfügbare Fahrrad-Finder schlagen zur individuellen Körpergröße passende Räder vor. Keinesfalls sollte man der Versuchung erliegen, zu meinen, ein Rad sollte für mehrere Jahre passen. Mit einem zu großen Fahrrad gefährden Sie die Sicherheit Ihres Nachwuchses und nehmen ihm möglicherweise auch noch die Freude am Fahren.

Gewicht

Das Gewicht ist ein im wahrsten Sinne ein gewichtiges Kriterium beim alltäglichen Handling, ob beim Tragen über Treppen, beim Schieben an einem steilen Berg oder beim Transport mit dem Auto. Am besten ist das neue Fahrrad möglichst leicht, sodass das Kind es auch ein kurzes Stück allein tragen kann. Für Kinder macht jedes Kilo mehr einen größeren Kraftunterschied beim Fahren aus.

Tretlagerhöhe und Kurbellänge

Am leichtesten fährt es sich, wenn das Bein bei der tiefsten Pedalstellung fast durchgestreckt ist und somit die Muskelkraft am besten ausgenutzt wird. Zugleich ist es für die Fahrsicherheit wichtig, dass das Kind im Sattel sitzend noch mit beiden Füßen den Boden berühren kann. Grundsätzlich sollte man die Regel beachten, dass die Tretlager sich nicht höher als die Achsen der Laufräder befinden. Wenn die Kurbel nicht zu lang ist und das Tretlager auf angemessener Höhe sitzt, kann Ihr Kind vernünftig in die Pedale treten.

Bremsen

Der wichtigste Aspekt bei den Bremsen ist eindeutig, dass das Kind sie gut bedienen kann. Sie müssen mit den Fingern einfach erreichbar sein. Ob Rücktrittbremse oder zwei Handbremsen, ist letztlich Geschmackssache und kommt auf das Angebot an. Egal wie Sie sich entscheiden, Ihr Kind wird keine Probleme haben, sich gegebenenfalls bei einem späteren Fahrrad noch umzugewöhnen. Prüfen Sie die Funktion der Bremsen. Diese sollten schnelles Anhalten ermöglichen und beim Fallen nicht gefährlich werden.

Gangschaltung

Je mehr Gänge, desto besser? Das ist bei einem Kinderrad übertrieben. Ab dem Alter von etwa 6 Jahren können Kinder sinnvoll mit einer Gangschaltung umgehen. Dabei genügen zuerst im Grunde 3 Gänge, in höherem Alter dürfen es mehr sein. Auf einer längeren Tour durch verschiedene Gelände lernen die Kleinen die Vorteile einer Gangschaltung am besten kennen. Auf flachen Strecken fährt es sich auch mit einem dauerhaft eingestellten mittleren Gang gut.

Vorgaben im Straßenverkehr

Sobald Ihr Kind mit dem Fahrrad im Straßenverkehr fährt, muss dessen Ausstattung der StVO genügen. Dafür sind Bremsen vorn und hinten, Rückstrahler vorn, hinten und an den Pedalen sowie eine Beleuchtung mit Dynamo oder Batterie erforderlich. Auch eine Klingel und Reflektoren an den Speichen sind obligatorisch, genauso wie beim Erwachsenenrad. Erklären Sie Ihrem Kind, warum diese Elemente notwendig und sinnvoll sind.

Fazit

Insgesamt lässt sich sagen, dass Sie bei einem Kinderrad nicht an der Qualität sparen sollten. Sie können aber auch gute gebrauchte Modelle finden, wenn Sie die Grundregeln beachten. Alle Teile sollten hochwertig verbaut und für kleine Hände gut bedienbar sein. Zum Fahren lernen ist kein besonderes Zubehör erforderlich. Stützräder werden heute nicht mehr empfohlen, nach dem Fahren auf dem Laufrad oder Dreirad ist der Gleichgewichtssinn in der Regel ausreichend geschult, um auf das Zweirad umzusteigen.

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