Wunden

Wunden richtig behandeln

Die Versorgung von Wunden im Überblick.

Die Versorgung von Wunden ist abhängig von Art und Ursache, sowie der Schwere der Verletzung. Eine rasche und zuverlässige Versorgung der Wunden ist unverzichtbar, um eine Wundinfektion vorzubeugen oder zu bekämpfen.

Reinigung

„Erster wichtiger Schritt in der Wundversorgung ist die Wundreinigung“, so Wundmanagerin Bettina Bettschar. Bei kleinen Schürfwunden wird geraten, die Wunde etwas bluten zu lassen, um eventuell vorhandenen Schmutz herausschwemmen zu lassen. Sind Verunreinigungen sichtbar, kann die Wunde mit sauberem Wasser aus der Leitung abgespült und mit einer Wundauflage abgetupft werden. Es kommt jedoch auf das Ausmaß der Keimbesiedelung an, ob Wundspüllösungen oder gar Antiseptika verwendet werden.

Beurteilung

Bevor die Wunde weiter versorgt wird, muss erst eine Beurteilung stattfinden. Damit wird sichergestellt, dass die richtige Auswahl des Wundverbandes getroffen wird. Oftmals reicht zur Versorgung von offenen Wunden eine keimfreie Wundauflage oder ein Pflasterverband aus. Auf jeden Fall sollte sie keimfrei gehalten und von weiteren Schäden geschützt werden.

Handelt es sich um stark blutende Schnittwunden, sollte zur ersten Hilfe umgehend ein Druckverband angelegt werden.

Verbrennungen

Bei einer Verbrennung sollten die betroffenen Körperstellen, wenn diese nicht zu groß sind, gekühlt werden. Die Kühlung sollte etwa zehn Minuten mit lauwarmem bis kühlem Wasser um die 20 Grad Celsius erfolgen. Das Wasser sollte nicht zu kalt sein, da es sonst zu einer Unterkühlung und weiteren Gewebeschäden kommen kann.

Bei der Wundversorgung von Verbrennungen ist wichtig, dass die Wunde mit sterilen und nicht fusselnden Auflagen bedeckt werden. Fasern dürfen nicht in die Wunde geraten, da diese dort festkleben können und schmerzhaft wieder aus der Wunde herausgenommen werden müssen.

Blasen

Blasen sollten nur dann mit einer sterilen Nadel oder Schere geöffnet werden, wenn diese groß sind und Schmerzen verursachen bzw. sich an Gelenken befinden. Die Blasenhaut wird nicht entfernt, da sie einen natürlichen Schutz bietet.

Geschlossene Wunden

Liegt eine Verletzung ohne Beschädigung der Haut vor, gilt zur ersten Behandlung die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern. Beispielhaft hierfür sind Sortverletzungen mit Prellungen, Verstauchungen oder Verrenkungen. Schonen und kühlen Sie die betroffene Stelle. Danach wird ein Verband angelegt und wenn möglich die Gliedmaßen, z.B. das Bein, hochgelagert. Es ist jedoch nötig, die Verletzung von einem Arzt beurteilen zu lassen.

Besser zum Experten

Eine ärztliche Behandlung sollte auf jeden Fall erfolgen, wenn tiefe Wunden, bei denen Muskeln, Fettgewebe oder Knochen zu sehen sind. Bei Mensch- oder Tierbissen, Wunden mit Fremdkörpern und größeren Verbrennungen sollten Sie sofort einen Arzt konsultieren. Ebenso sind chronische Wunden von geschulten Fachpersonal zu versorgen. „Ist eine Wunde infiziert oder gar chronisch, ist eine professionelle Wundbehandlung unumgänglich. Infizierte Wunden brauchen ein lokales Antiseptikum wie z.B. Betadona, manchmal auch eine zusätzliche Antibiotika Therapie, worüber immer ein Arzt entscheiden muss“, so die fachkundige Wundmanagerin Bettschar.

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